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Wiki

Ein Wiki ist eine webbasierte Software, die es allen Betrachtern einer Seite erlaubt, den Inhalt zu ändern, indem sie diese Seite online im Browser editieren. Damit ist das Wiki eine einfache und leicht zu bedienende Plattform für kooperatives Arbeiten an Texten und Hypertexten.

Funktionsweise

Man findet am Rand des Inhaltsbereichs einen Link "Bearbeiten" oder "Edit". Sobald dieser geklickt wird, öffnet sich ein Bearbeitungsfenster. Zu sehen sind dann der eigentliche Text und verschiedene Steuerungszeichen, sogenannte Wiki-Tags, mit denen sich einfache Formatierungen vornehmen lassen. Mit einem Knopf "Seite speichern" werden Text und Wiki-Tags vom System in eine HTML-Seite interpretiert und online gestellt.

Merkmale

  • Jeder Teilnehmer darf Inhalte editieren.
  • Beiträge können anonym oder nur mit Registrierung erfolgen.
  • Daten liegen in nicht strukturierter Form vor.
  • Die Ordnung der Inhalte wird komplett den Nutzern übertragen.
  • Die Nutzer können neue Seiten anlegen und die Verweisstruktur verändern.
  • Die Vorgehensweise ist ergebnisorientiert, man sieht jeweils die neueste Fassung.
  • Der Autor rückt als Person in den Hintergrund.

Basisfunktionen

  • Bearbeitungsfunktion: Der allen zugängliche Edit-Button auf jeder Seite ist das auffallendste Merkmal eines Wikis. Er führt zu einem Formular, in dem der Quelltext einer Seite verändert und gespeichert werden kann. Dieser Text ist in den meisten Fällen kein HTML-, sondern Wiki-eigener Code, der Formatierung und Strukturierung der Seite für die Autoren vereinfachen soll. Manche Seiten (zum Beispiel Startseiten) werden von der Bearbeitung ausgenommen.
  • Interne Verlinkung: Alle Seiten können auf die Titel anderer Seiten verweisen. Falls die entsprechende Seite zu einem Link noch nicht existiert, kann diese nach dem Speichern mit einem einfachen Mausklick auf den Link kreiert werden ("roter Link").
  • Versionierung: Diese Funktion dokumentiert im Prinzip alle vorausgegangenen Versionen bzw. Veränderungen einer einzelnen Seite. Sie erlaubt es auch, eine alte Version wiederherzustellen (Rollback) und ist damit ein wirksames Mittel gegen unfreundliche Besucher, die eine Seite zerstören wollen. Viele Wiki-Klone bieten zudem eine »Diff«-Funktion, die Änderungen zwischen zwei Versionen einer Seite anzeigt.
  • Diskussionsmöglichkeit: Zu jeder Artikelseite gibt es eine eigene Diskussionsseite. Dort kann über die Inhalte des Artikel diskutiert werden. Hier ist es auch üblich alle Kommentare stehen zu lassen und eine Signatur hinter dem eigenen Kommentar einzufügen.

Zusätzliche Funktionen

  • WYSIWYG: steht für "What You See Is What You Get" wird aber auch visueller Editor genannt. In dieser Ansicht ist es nicht nötig mit Wikicode zu schreiben. Er ist also eine wesentliche Voraussetzung für schnelleres und leichteres Arbeiten in einem Wiki, gerade auch für Laien.
  • Workflow: Über eine Workflow-Funktion können Aufgaben einer Person zugewiesen werden. Die Person, der eine Aufgabe zugeteilt wurde erhält eine Benachrichtigung. Es ist dann nachvollziehbar welche Arbeitsschritte von wem durchgeführt werden sollen oder durchgeführt wurden. Teilweise gibt es zusätzliche Funktionen wie z.B. die Zuschaltung von Gutachter-Prozessen, Workflow-Vorlagen oder verschiedene Benachrichtigungssysteme (offene Aufgaben uvam.)
  • Seitenvorlagen: (engl. "PageTemplates") bieten beim Anlegen einer neuen Seite die Möglichkeit, aus vordefinierten Inhaltsstrukturen (Vorlagen, z.B. Inhaltesverzeichnis, Blöcke, Layout, Inhaltselemente) auszuwählen und somit eine Einheitlichkeit bei bestimmten Seitentypen herzustellen.
  • Weiterleitungen: für viele Beschreibungen (Wikiartikel) gibt es Synonyme, damit diese aber auf denselben Inhalt verweisen, können Weiterleitungen eingerichtet werden z.B. wird von Adressen und Kontaktdaten auf Daten von Mitarbeitern weitergeleitet.
  • Berechtigungssystem: Ein Wiki sollte eigentlich möglichst offen für alle AutorInnen sein. Gerade in Unternehmen ist es jedoch manchmal notwendig, bestimmte Bereiche oder Seiten nur bestimmten Personen zugänglich zu machen.
  • Semantische Funktionen: damit können auch strukturierte Daten mit komplexen Abfragen gefunden werden.

Anwendungsgebiete

Da Wikis stetig in ihrer Funktionalität erweitert werden, erweitert sich damit auch die Vielfältigkeit ihrer Anwendungen.

Mit Wikis Wissen auffüllen
  • Enzyklopädie: Der Klassiker. Durch Wikipedia bekannt gemacht, werden Wikis oft als Lexikon für spezifische Themen eingesetzt (z.B. das Star Wars Wiki "Jedipedia"). Aber auch in Unternehmen spielt das Wiki als zentrale Firmenwikipedia noch immer eine große Rolle.
  • Brainstorming. Nicht umsonst wird das Wiki häufig mit einem Zettelkasten verglichen. Hier können Ideen gesammelt, kommentiert und geordnet werden. Ideen werden von mehreren Teilnehmern zusammengetragen, aber nicht jeder muss alles noch einmal schreiben. Es wird nur ergänzt, was bisher fehlt. Das üblicherweise einfache Layout von Wikis unterstreicht den improvisierten Charakter dieser Anwendung.
  • Wissensbasis. Eine häufige Anwendung ist die Erstellung von FAQ-Seiten, Problemlösungen, Lessons learned, Expert Debriefing oder Glossarien. Der Leser muss sich nicht mehr wie in Foren durch einen gesamten Thread klicken, sondern sieht gleich die Quintessenz einer möglicherweise langen Diskussion. Wenn er trotzdem noch einen Fehler findet, kann er ihn gleich beheben. Damit wird ein Artikel (im Idealfall) immer besser. Der erfolgreiche Betrieb einer Wissensbasis erfordert im besonderen Maße eine aktive Trägergruppe, die sich um die Inhalte und das Wachstum des Wikis kümmern („Wiki-Gärtner“).
  • Dokumentation. Als Dokumentationstool sind Wikis ebenfalls sehr beliebt, da sie durch das leichte Erstellen neuer Seiten, eine interne Verlinkung und die Suche einige Strukturierungsmechanismen bereitstellen, um das Wissen zu ordnen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Aspekt der leichten Aktualisierbarkeit. Damit können auch Inhalte, etwa eines Handbuchs, immer auf dem neuesten Stand gehalten werden, und das zudem von den Personen, die gleichzeitig die Nutznießer der Informationen sind. Von technischen Dokumentationen über Dokumentation in Forschung und Entwicklung bis hin zu einem IT-Helpdesk sind unterschiedlichste Anwendungen denkbar.
  • Projektmanagement. Wikis ersetzen keine professionellen Projektmanagementsysteme. Es hat aber viele Vorteile, wenn Mitarbeiter eines Teams Tipps zur Arbeitsorganisation oder Informationen zu einem bestimmten Projekt in einem Wiki sammeln, statt sie per E-Mail an alle Kollegen zu schicken. Sie sparen damit Zeit bei der täglichen E-Mail-Bearbeitung, haben eine Anlaufstelle für die Suche nach einer bestimmten Information und können sichergehen, dass diese Wissensbasis immer auf dem aktuellen Stand ist. Auch in der Planung von Projekten kann das Werkzeug helfen. So kann die Agenda eines Treffens bereits im Vorfeld von allen Teilnehmern erarbeitet werden. Ein Wiki unterstützt dabei vor allem auch die Qualitätssicherung.
  • E-Learning. In vielen Schulen (im deutschsprachigen Raum vor allem in der Schweiz und Österreich) werden Wikis bereits als Lernplattform eingesetzt, um den Schülern nicht nur das gemeinsame Erarbeiten von Inhalten zu ermöglichen, sondern auch den Umgang mit dem Internet spielerisch zu erlernen.<ref>Ebersbach, Anja und Glaser, Markus: Das Wiki als Spielwiese für das Internet, in: Johann Stockinger, Helmut Leitner (Hg.): Wikis im Social Web. Wikiposium 2005/2006, Österreichische Computer Gesellschaft, 2007, 27-39.</rev>
  • Enterprise Wiki. Enterprise Wikis, Corporate Wikis, Firmenwikis alls das sind Synonyme für Wikis, die in Unternehmen eingesetzt werden und daher oft spezifische Funktionen aufweisen. Neben der Karriere im öffentlichen Web (z.B. Wikipedia) hat das Wiki eine – naturgemäß weniger sichtbare – Karriere in den Intranets größerer Firmen wie Motorola oder SAP gemacht, wo es vornehmlich als Projekt- und Wissensmanagement-Werkzeug verwendet wird. Gerade IT-Abteilungen verwenden Wikis in ihrer täglichen Arbeit. Die Entwicklung eigener Corporate oder Enterprise Wikis, die ihr Angebot an den organisatorischen und rechtlichen Bedürfnissen von Unternehmen ausrichten, läutete eine neue Phase ein.

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